Angehörigenberatung

Unterstützung für Nahestehende


Wenn ein nahestehender Mensch eine Abhängigkeit entwickelt, betrifft das nie nur ihn oder sie allein. Auch Partnerinnen, Kinder, Eltern, Freundinnen, Kolleginnen oder Arbeitgeberinnen erleben Unsicherheit, Sorge, Wut, Hilflosigkeit oder Erschöpfung.

 

Vielleicht fragen Sie sich: 

  • Wie konnte es so weit kommen?
  • Was kann ich tun – und was nicht?
  • Wo endet Unterstützung und wo beginnt Selbstüberforderung?
  • Wie schütze ich mich selbst?

Diese Fragen sind verständlich. Und Sie müssen damit nicht allein bleiben.

 


Zwei Perspektiven

Wir betrachten Angehörige aus zwei wichtigen Blickwinkeln:

 

Sie sind selbst betroffen.

Der Konsum oder das Verhalten eines nahestehenden Menschen kann stark belasten – emotional, finanziell und gesundheitlich. Viele Angehörige entwickeln Schlafprobleme, Ängste oder Schuldgefühle.

 

Sie sind wichtige Mithelfende.

Angehörige spielen häufig eine bedeutende Rolle im Veränderungsprozess. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Sie nicht allein die Verantwortung tragen.

 

Beides darf nebeneinander stehen: Ihr Wunsch zu helfen – und Ihr Recht auf Entlastung. 

 


Wer sind Angehörige?

Als Angehörige verstehen wir alle Menschen, die einem suchtbetroffenen Menschen nahestehen:

Partner*innen, Eltern, Kinder, Geschwister, Freund*innen, Kolleg*innen oder Arbeitgeber*innen.

 

Eine Suchterkrankung verändert Beziehungen. Rollen verschieben sich. Verantwortung wird übernommen, Konflikte nehmen zu oder das Vertrauen leidet. Viele Angehörige versuchen lange, die Situation selbst zu stabilisieren – oft über die eigenen Grenzen hinaus.

 



Was wir Ihnen anbieten

Einzelberatung für Angehörige

Sie können jederzeit ein eigenes Erstgespräch vereinbaren – unabhängig davon, ob die betroffene Person selbst Hilfe sucht.

 

In der Beratung geht es zum Beispiel um:

  • Orientierung und Information zur Suchterkrankung
  • Umgang mit Konflikten, Rückfällen oder Lügen
  • Abgrenzung und klare Grenzen setzen
  • Schutz vor emotionaler Überforderung
  • Entlastung von Schuld- und Schamgefühlen.

Angehörigengruppe

In unserer Gruppe treffen Sie auf Menschen in ähnlichen Situationen. Der Austausch kann entlasten, neue Perspektiven eröffnen und Mut machen.

 

Weitere Unterstützungsangebote

 Je nach Situation informieren wir Sie über zusätzliche Hilfen und vermitteln bei Bedarf weiter. 

 



Was für Angehörige besonders wichtig ist

Viele Angehörige hören erst spät den Satz:

„Sie dürfen auch an sich denken.“

 

Sucht führt bei Angehörigen häufig zu: 

  • Übernahme von Verantwortung für das Verhalten anderer
  • Verheimlichen oder Entschuldigen der Problematik
  • dauerhafter Anspannung.

Veränderung beginnt oft damit, den eigenen Handlungsspielraum wieder wahrzunehmen. Nicht Kontrolle über die andere Person – sondern Klarheit über die eigenen Grenzen.

 


Ein erster Schritt

Sie müssen nicht warten, bis „alles eskaliert“.

Ein Gespräch kann auch dann sinnvoll sein, wenn Sie sich einfach mehr Klarheit wünschen.

 

Wir nehmen Ihre Situation ernst – unabhängig davon, wie weit der Prozess bereits fortgeschritten ist.



Weitere hilfreiche Links

  • ELSA Online-Elternberatung bei Suchtgefährdung/Abhängigkeit von Kindern & Jugendlichen
  • Selbsthilfegruppen Expert*innen in eigener Sache